5 Tage Wan­dern im öst­li­chen Karwendel

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Aus unse­rer Serie “Feu­er und Eis Mit­ar­bei­ter on Tour”. Ein Erfah­rungs­be­richt unse­rer Mit­ar­bei­te­rin Mag­da­le­na Klawonn: 

Das Kar­wen­del­ge­bir­ge ist häu­fig mein Ziel an frei­en Wochen­en­den. Raus in die Natur und am liebs­ten zum ein­zig­ar­ti­gen, soge­nann­ten “Ahorn­bo­den”. Eine wei­te Tal­ebe­ne, ein­ge­bet­tet von hohen, grau­en Fels­gip­feln und Ahorn­bäu­men. Ein Blick für Göt­ter. Das wür­de auch unse­ren Kun­den gefal­len, habe ich mir gedacht und auch gleich mit der Pla­nung unse­rer neu­en Tour mit­ten durch das unglaub­lich ursprüng­li­che Öst­li­che Kar­wen­del begonnen. 

Tag 1: Los geht’s am größ­ten See Tirols 

Die Tour soll am Achen­see star­ten, am größ­ten See Tirols. Er ist weit­hin bekannt und liegt je nach Wet­ter mal tür­kis, mal tief dun­kel­blau zwi­schen den Ber­gen. Ein kur­zer Trans­fer bringt mich von hier zum Start mei­ner ers­ten Etap­pe. Schon nach weni­gen Schrit­ten errei­che ich das ers­te High­light der Tour. Von einer klei­nen Brü­cke bli­cke ich direkt in eine beein­dru­cken­de Klamm. Das Was­ser rauscht mit hoher Geschwin­dig­keit zwi­schen den hohen Fels­bro­cken hin­durch und leuch­tet in magi­schem Grün. 

Anschlie­ßend geht es dann auch mit der Berg­tour auf das aus­sichts­rei­che Demel­joch los. Ein schö­ner Pfad win­det sich durch den Wald den Hang hin­auf. Es ist ein hei­ßer Tag und ich bin froh über mei­ne zwei Liter Was­ser im Ruck­sack. Schließ­lich eröff­net sich der wei­te Blick auf das heu­ti­ge Ziel, das hin­ter einem Tal­ein­schnitt majes­tä­tisch her­aus­for­dernd auf mich war­tet. Über blü­hen­de Alm­wie­sen und spä­ter kar­ge Geröll­land­schaft geht es wei­ter berg­an. Nun bin ich weit genug oben, um den kom­plet­ten Syl­ven­stein­see zu sehen — was für eine Aus­sicht. Man könn­te mei­nen, ich wäre an einem nor­we­gi­schen Fjord gelandet. 

Fast am Ziel ange­langt, geht es über einen aus­sichts­rei­chen Grat bis zum Gip­fel des Demel­jochs. Ich genie­ße mei­ne Brot­zeit bei einer luxu­riö­sen 360°-Aussicht in das Kar­wen­del­ge­bir­ge. Gemüt­lich geht es schließ­lich ins Tal nach Fall an den Syl­ven­stein­see

Tag 2: Durch das was­ser­rei­che Tal mit­ten ins Karwendel 

Am nächs­ten Tag star­te ich früh und der Weg führt mich in ein sehr ruhi­ges, fast men­schen­lee­res Tal. Beglei­tet wer­de ich von zahl­rei­chen Bächen. Der anfäng­li­che Forst­weg lässt nicht ver­mu­ten, was spä­ter noch kommt. Je wei­ter es Rich­tung Tal­schluss geht, des­to schma­ler wird der Weg und schließ­lich führt ein idyl­li­scher Pfad immer am Bach ent­lang und öfter auch über den Bach durch die wil­de Kar­wen­del­na­tur. Fast am Tal­en­de ange­langt, wird es jetzt steil und der Weg führt an den Fel­sen ent­lang immer wei­ter hinauf. 

Ich über­le­ge, ob ich in einem der vie­len Was­ser­fäl­le ein Bad neh­men soll, ent­schei­de mich aber fürs Wei­ter­ge­hen. Schließ­lich errei­che ich den Sat­tel und bli­cke zurück ins Tal. Ruhig liegt es da, von der Zivi­li­sa­ti­on kei­ne Spur. Nun ste­he ich am wun­der­schön gele­ge­nen Delp­see mit male­ri­scher Fels­wand im Hin­ter­grund, die sich im Was­ser spie­gelt. Ich bemer­ke, wie mich gleich meh­re­re Gäm­sen neu­gie­rig mus­tern und es sich dann etwas abseits im Gras gemüt­lich machen. 

Zum Abschluss geht es ange­nehm anstei­gend am Bach ent­lang bis zur uri­gen Töl­zer Hüt­te, die schon von Wei­tem erkenn­bar und mein heu­ti­ges Ziel ist. 

Tag 3: Wan­dern zum Ahorn­bo­den — ein wah­res Bil­der­buch und Zen­trum des Öst­li­chen Karwendels 

Am nächs­ten Tag stei­ge ich auf der ande­ren Sei­te von der Töl­zer Hüt­te ins Riß­tal ab. Unten ange­kom­men, zie­he ich erst­mal mei­ne Schu­he aus und küh­le mei­ne Füße im Fluss. Eine sol­che Fluss­far­be fin­det man nicht so schnell. Ein mil­chi­ges, leuch­tend hell­blau­es Was­ser. Ehr­li­cher­wei­se sieht es eigent­lich gar nicht echt aus — als wäre es mit Pho­to­shop nach­be­ar­bei­tet wor­den. Doch wer hier an ein Ganz­kör­per­bad denkt, soll­te vor einer Schock­fros­tung gewarnt sein. Erfrischt neh­me ich den Berg­stei­ger­bus in die Eng, dem Tal­en­de, wo mein Hotel wartet. 

Die Fahrt allein ist schon loh­nend. Rechts und links alles vol­ler Ahorn­bäu­me, die dem Ahorn­bo­den sei­nen Namen gege­ben haben. Im Herbst leuch­ten die Blät­ter der Ahorn­bäu­me oran­ge und der soge­nann­te “Indi­an Sum­mer” lässt sei­ne Bewun­de­rer über das Natur­spek­ta­kel staunen. 

Tag 4: Von einem Kar­wen­del­tal ins nächste 

Bevor die Tages­wan­de­rer ankom­men, bin ich am nächs­ten Mor­gen schon wie­der unter­wegs. Über ange­neh­me Pfa­de geht es erst­mal steil hin­auf zur bekann­ten Bins­alm. Die Son­nen­strah­len wer­den lang­sam wär­mer und ich wan­de­re wei­ter zum Lam­s­en­joch. Ein aus­sichts­rei­cher Pfad führt durch die kar­wen­del­ty­pi­sche grün-graue Bil­der­buch­land­schaft und bringt mich in das gegen­über­lie­gen­de Tal zur Gra­mai­alm

Hier keh­re ich ein und genie­ße noch­mal die fel­si­ge Land­schaft um mich her­um. Man könn­te jetzt das Tal hin­aus­wan­dern. Ich ent­schei­de mich aber für eine ganz beson­de­re Alter­na­ti­ve und stei­ge in den Nost­al­gie­bus, einen alten Schul­bus, der mich aus dem Tal hin­aus nach Per­tis­au und damit zurück an den Achen­see bringt. Nun wan­de­re ich noch das letz­te Stück bis nach Mau­rach, wo ich heu­te übernachte. 

Tag 5: Mit Kari­bik-Flair am Achen­see zurück zum Ausgangspunkt 

Der letz­te Tag ist ange­bro­chen und ich freue mich ganz beson­ders auf die heu­ti­ge Etap­pe. Denn es geht über einen span­nen­den Steig direkt ober­halb des Achen­sees ent­lang bis nach Achen­kirch. Fern­ab der Zivi­li­sa­ti­on gibt es nur noch links die Fels­wän­de, in der Mit­te mei­nen Pfad und mich und rechts den See. Es fühlt sich an, als wäre ich kurz in die Kari­bik ver­setzt wor­den, denn das Was­ser in Ufer­nä­he leuch­tet so unglaub­lich türkis. 

Die heu­ti­ge Etap­pe führt in leich­tem Auf und Ab mit mäßig vie­len Höhen­me­tern bis nach Achen­kirch — also der per­fek­te Aus­klang für die Rei­se. Wer auch die letz­te Etap­pe super­sport­lich gestal­ten möch­te, kann übri­gens statt des Steigs die atem­be­rau­ben­de, aber recht anspruchs­vol­le Tour über See­berg- und See­kar­spit­ze wäh­len. In dem Fall geht es dann ganz oben auf einem Grat über die Ber­ge bis nach Achen­kirch

Men­tal kom­plett erholt, been­de ich mei­ne Pla­nungs­rei­se und den­ke zurück an die vie­len Ein­drü­cke. Bereit, die­se ein­zig­ar­ti­ge Tour selbst zu beschrei­ten? Dann geht es hier zur Tour: