Aus unserer Serie “Feuer und Eis Mitarbeiter on Tour”. Ein Erfahrungsbericht unserer Mitarbeiterin Magdalena Klawonn:
Das Karwendelgebirge ist häufig mein Ziel an freien Wochenenden. Raus in die Natur und am liebsten zum einzigartigen, sogenannten “Ahornboden”. Eine weite Talebene, eingebettet von hohen, grauen Felsgipfeln und Ahornbäumen. Ein Blick für Götter. Das würde auch unseren Kunden gefallen, habe ich mir gedacht und auch gleich mit der Planung unserer neuen Tour mitten durch das unglaublich ursprüngliche Östliche Karwendel begonnen.
Tag 1: Los gehts am größten See Tirols
Die Tour soll am Achensee starten, am größten See Tirols. Er ist weithin bekannt und liegt je nach Wetter mal türkis, mal tief dunkelblau zwischen den Bergen. Ein kurzer Transfer bringt mich von hier zum Start meiner ersten Etappe. Schon nach wenigen Schritten erreiche ich das erste Highlight der Tour. Von einer kleinen Brücke blicke ich direkt in eine beeindruckende Klamm. Das Wasser rauscht mit hoher Geschwindigkeit zwischen den hohen Felsbrocken hindurch und leuchtet in magischem Grün.
Anschließend geht es dann auch mit der Bergtour auf das aussichtsreiche Demeljoch los. Ein schöner Pfad windet sich durch den Wald den Hang hinauf. Es ist ein heißer Tag und ich bin froh über meine zwei Liter Wasser im Rucksack. Schließlich eröffnet sich der weite Blick auf das heutige Ziel, das hinter einem Taleinschnitt majestätisch herausfordernd auf mich wartet. Über blühende Almwiesen und später karge Gerölllandschaft geht es weiter bergan. Nun bin ich weit genug oben, um den kompletten Sylvensteinsee zu sehen — was für eine Aussicht. Man könnte meinen, ich wäre an einem norwegischen Fjord gelandet.
Fast am Ziel angelangt, geht es über einen aussichtsreichen Grat bis zum Gipfel des Demeljochs. Ich genieße meine Brotzeit bei einer luxuriösen 360°-Aussicht in das Karwendelgebirge. Gemütlich geht es schließlich ins Tal nach Fall an den Sylvensteinsee.
Tag 2: Durch das wasserreiche Tal mitten ins Karwendel
Am nächsten Tag starte ich früh und der Weg führt mich in ein sehr ruhiges, fast menschenleeres Tal. Begleitet werde ich von zahlreichen Bächen. Der anfängliche Forstweg lässt nicht vermuten, was später noch kommt. Je weiter es Richtung Talschluss geht, desto schmaler wird der Weg und schließlich führt ein idyllischer Pfad immer am Bach entlang und öfter auch über den Bach durch die wilde Karwendelnatur. Fast am Talende angelangt, wird es jetzt steil und der Weg führt an den Felsen entlang immer weiter hinauf.
Ich überlege, ob ich in einem der vielen Wasserfälle ein Bad nehmen soll, entscheide mich aber fürs Weitergehen. Schließlich erreiche ich den Sattel und blicke zurück ins Tal. Ruhig liegt es da, von der Zivilisation keine Spur. Nun stehe ich am wunderschön gelegenen Delpsee mit malerischer Felswand im Hintergrund, die sich im Wasser spiegelt. Ich bemerke, wie mich gleich mehrere Gämsen neugierig mustern und es sich dann etwas abseits im Gras gemütlich machen.
Zum Abschluss geht es angenehm ansteigend am Bach entlang bis zur urigen Tölzer Hütte, die schon von Weitem erkennbar und mein heutiges Ziel ist.
Tag 3: Wandern zum Ahornboden — ein wahres Bilderbuch und Zentrum des Östlichen Karwendels
Am nächsten Tag steige ich auf der anderen Seite von der Tölzer Hütte ins Rißtal ab. Unten angekommen, ziehe ich erstmal meine Schuhe aus und kühle meine Füße im Fluss. Eine solche Flussfarbe findet man nicht so schnell. Ein milchiges, leuchtend hellblaues Wasser. Ehrlicherweise sieht es eigentlich gar nicht echt aus — als wäre es mit Photoshop nachbearbeitet worden. Doch wer hier an ein Ganzkörperbad denkt, sollte vor einer Schockfrostung gewarnt sein. Erfrischt nehme ich den Bergsteigerbus in die Eng, dem Talende, wo mein Hotel wartet.
Die Fahrt allein ist schon lohnend. Rechts und links alles voller Ahornbäume, die dem Ahornboden seinen Namen gegeben haben. Im Herbst leuchten die Blätter der Ahornbäume orange und der sogenannte Indian Summer lässt seine Bewunderer über das Naturspektakel staunen.
Tag 4: Von einem Karwendeltal ins nächste
Bevor die Tageswanderer ankommen, bin ich am nächsten Morgen schon wieder unterwegs. Über angenehme Pfade geht es erstmal steil hinauf zur bekannten Binsalm. Die Sonnenstrahlen werden langsam wärmer und ich wandere weiter zum Lamsenjoch. Ein aussichtsreicher Pfad führt durch die karwendeltypische grün-graue Bilderbuchlandschaft und bringt mich in das gegenüberliegende Tal zur Gramaialm.
Hier kehre ich ein und genieße nochmal die felsige Landschaft um mich herum. Man könnte jetzt das Tal hinauswandern. Ich entscheide mich aber für eine ganz besondere Alternative und steige in den Nostalgiebus, einen alten Schulbus, der mich aus dem Tal hinaus nach Pertisau und damit zurück an den Achensee bringt. Nun wandere ich noch das letzte Stück bis nach Maurach, wo ich heute übernachte.
Tag 5: Mit Karibik-Flair am Achensee zurück zum Ausgangspunkt
Der letzte Tag ist angebrochen und ich freue mich ganz besonders auf die heutige Etappe. Denn es geht über einen spannenden Steig direkt oberhalb des Achensees entlang bis nach Achenkirch. Fernab der Zivilisation gibt es nur noch links die Felswände, in der Mitte meinen Pfad und mich und rechts den See. Es fühlt sich an, als wäre ich kurz in die Karibik versetzt worden, denn das Wasser in Ufernähe leuchtet so unglaublich türkis.
Die heutige Etappe führt in leichtem Auf und Ab mit mäßig vielen Höhenmetern bis nach Achenkirch — also der perfekte Ausklang für die Reise. Wer auch die letzte Etappe supersportlich gestalten möchte, kann übrigens statt des Steigs die atemberaubende, aber recht anspruchsvolle Tour über Seeberg- und Seekarspitze wählen. In dem Fall geht es dann ganz oben auf einem Grat über die Berge bis nach Achenkirch.
Mental komplett erholt, beende ich meine Planungsreise und denke zurück an die vielen Eindrücke. Bereit, diese einzigartige Tour selbst zu beschreiten? Dann geht es hier zur Tour: