Erleb­nis Rad­run­de Allgäu

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Wir freu­en uns immer, Erleb­nis­be­rich­te unse­rer Gäs­te zu lesen und (zukünf­ti­gen) Gäs­ten zu tei­len: Björn Ahrndt von Bergparadiese.de hat im August 2024 die Rad­run­de All­gäu gemacht. Sei­ne Erfah­rung und per­sön­li­chen High­lights hat er mit uns in die­sem Gast­bei­trag geteilt. Unse­re Ser­vices wie die Orga­ni­sa­ti­on von Unter­künf­ten und Gepäck­trans­fer beschreibt er als abso­lu­tes Wohl­fühl­pa­ket. Und zum Schluss ver­rät er auch Tipps und Tricks, für alle die ihre nächs­te Fahr­rad­rei­se planen.

Die längs­te Schot­ter­pas­sa­ge unse­rer Rad­run­de All­gäu liegt hin­ter uns. Seit ein paar Minu­ten rol­len wir auf einer brei­ten, befes­tig­ten Neben­stra­ße dahin. Das Schloß Wald­burg vor unse­ren Augen: Es thront mar­kant auf einem hoch auf­ra­gen­den Hügel über der gleich­na­mi­gen Ort­schaft. Ein wei­te­rer, ein­ma­lig schö­ner Anblick an die­sem son­ni­gen Spät­som­mer­tag. Hin­ter Wald­burg geht es noch über Amt­zell und ein paar Hügel in Rich­tung Wan­gen im All­gäu. In den Ort, von dem aus wir vor vier Tagen in unser Rad-Aben­teu­er gestar­tet sind.

Eine Woche soll­te man sich für die gut 80km Weit­wan­de­rung am E5 ein­pla­nen — von den stei­len Grasber­gen der All­gäu­er Alpen in die Lech­ta­ler Alpen mit ihren mar­kan­ten Fels­for­ma­tio­nen. Wei­ter durchs Pitz­tal, in den Ötz­ta­ler Alpen die Drei­tau­sen­der der Zen­tral­al­pen im Blick. An der Simi­laun­hüt­te wird der höchs­ten Punkt auf 3.019 Metern über­schrit­ten. Berg­ab, Schritt für Schritt wei­ter nach Süd­ti­rol, bis das Ziel in Meran erreicht wird. Die­se Tour ist sowohl als geführ­te Weit­wan­de­rung buch­bar und natür­lich auch als indi­vi­du­el­le Vari­an­te. Für alle, die ger­ne etwas mehr Kom­fort möch­ten, sogar mit Hotel­über­nach­tun­gen im Tal verfügbar.

Ange­sichts von gut 450 Kilo­me­tern könn­te man mei­nen, wir wür­den die­se vir­tu­el­le Ziel­li­nie kaum erwar­ten. Und zuge­ge­ben: die sport­li­che Vari­an­te der Rad­run­de All­gäu ist durch­aus for­dernd. Mit knapp 100 Kilo­me­tern pro Tag und etli­chen Höhen­me­tern wer­den die Bei­ne und das Sitz­fleisch ordent­lich auf die Pro­be gestellt. Von Vor­freu­de auf das Ende kann aber kei­ne Rede sein. Zu schön sind die Ein­drü­cke, die wir in den ver­gan­ge­nen Tagen sam­meln durf­ten. Zu viel­fäl­tig die ver­schie­de­nen Land­schaf­ten des All­gäus. Zu unter­schied­lich die ein­zel­nen Orte, durch die die ins­ge­samt 476 Kilo­me­ter lan­ge Rund­fahrt führt. Und die könn­te von uns aus ger­ne noch ein paar Kilo­me­ter wei­ter gehen. 

Da sind die hüge­li­gen Etap­pen im Nord­wes­ten. Die stei­le­ren Auf­fahr­ten und der Pan­ora­ma­blick auf den All­gäu­er Haupt­al­pen­kamm im Süden. Und da sind die Seen und Moo­re im Ost­all­gäu. Von den mit­tel­al­ter­lich gepräg­ten Ort­schaf­ten wie Wan­gen oder Isny geht es über klei­ne, ver­träum­te Dör­fer zu den berühm­ten Sehens­wür­dig­kei­ten des All­gäus. Und dann geht es wie­der­um zu ganz stil­len und ver­träum­ten Orten. Eine Rei­se, die selbst für uns als All­gäu­er unfass­bar vie­le neue Facet­ten unse­rer Hei­mat auf­ge­zeigt hat.

Natür­lich sind die Rad­we­ge rund um Sont­ho­fen und über das Tann­hei­mer Tal ins Ost­all­gäu ein purer Genuss. Aber die ken­nen wir nur all­zu gut von ver­gan­ge­nen Tages­tou­ren. Daher haben wir die für uns schöns­ten Abschnit­te im nörd­li­chen Bereich der Rund­tour gefun­den. Grund­sätz­lich kön­nen wir aber fest­stel­len, dass die Rad­run­de All­gäu für Freun­de des Rad­fah­rens, Kul­tur­lieb­ha­ber und Natur­lieb­ha­ber im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes eine run­de Sache ist. Und in Kom­bi­na­ti­on mit der Unter­stüt­zung von Feu­er und Eis Tou­ris­tik war es für uns ein abso­lu­tes Wohlfühlpaket. 

Nicht nur, dass wir uns in Sachen Unter­kunft kei­ne Gedan­ken machen muss­ten. Spe­zi­ell der Gepäck­trans­fer ist in Ver­bin­dung mit mehr­tä­gi­gen Rad­tou­ren eine tol­le Sache. Da kann man auch mal ein wenig mehr Equip­ment dabei­ha­ben, und muss nicht auf jedes ein­zel­ne Gramm ach­ten. Und an reg­ne­ri­schen und küh­len Tagen, die auch im All­gäu­er Som­mer ein­mal vor­kom­men kön­nen, freut man sich über die wär­men­de extra Schicht, die man ansons­ten nicht zwin­gend von A nach B trans­por­tie­ren muss. Und man freut sich auch auf die tro­cke­nen Kla­mot­ten, die bei der Ankunft im Hotel schon auf einen warten. 

Gera­de für die­je­ni­gen, die eine mehr­tä­gi­ge Rad­tour ein­fach mal aus­pro­bie­ren möch­ten, ist die­ses Gesamt­pa­ket sehr zu emp­feh­len. Zumal auch die Stre­cken­füh­rung ein­fach und die Wege leicht zu befah­ren sind. Meist sind es Neben­stra­ßen und asphal­tier­te Rad­we­ge abseits des Auto­ver­kehrs. Die weni­gen Schot­ter­ab­schnit­te sind tech­nisch nicht wirk­lich anspruchs­voll, durch­weg breit und wei­sen kei­ne stei­len Auf- oder Abfahr­ten auf. 

Für Ein­stei­ger wür­den wir aber weni­ger die sport­li­che Vari­an­te emp­feh­len, son­dern eher die klas­si­sche, oder die gemüt­li­che Vari­an­te. So hat man einer­seits kür­ze­re Tages­etap­pen, ande­rer­seits aber auch mehr Zeit, um sich die zahl­rei­chen Sehens­wür­dig­kei­ten ent­lang der Stre­cke näher anschau­en zu kön­nen. Und auch mehr Zeit, um sich an einem der vie­len Seen die ver­dien­te Abküh­lung an einem hei­ßen Som­mer­tag zu holen. Und auch der ein oder ande­re Abste­cher kann damit ent­spann­ter ein­ge­plant wer­den. Bei­spiels­wei­se das Schloß Neu­schwan­stein oder auch die baro­cke Colo­mans­kir­che bei Schwan­gau, die ein wenig abseits der eigent­li­chen Rou­te lie­gen. Bei­de Orte haben wir als gebür­ti­ge All­gäu­er natür­lich schon mehr­fach besucht. Aber für die­je­ni­gen, die nicht täg­lich die Mög­lich­keit haben hier vor­bei­zu­schau­en, ein abso­lu­tes Muss.

Inzwi­schen liegt das Schloß Wald­burg bereits hin­ter uns. Die Anstie­ge über Amt­zell und wei­ter nach Wan­gen im All­gäu sind nicht mehr wirk­lich for­dernd. Ein paar ein­zel­ne, gro­ße Bau­ern­hö­fe, ein paar hun­dert Meter ent­lang der Unte­ren Argen, deren Was­ser eini­ge Kilo­me­ter süd­lich dem Boden­see ent­springt. Ein paar bewal­de­te Abschnit­te und noch ein paar Kilo­me­ter über die offe­ne, wei­te Hügel­land­schaft des West­all­gäus. Dann ist das Orts­schild von Wan­gen im All­gäu pas­siert und wir fah­ren in die uns bereits bekann­te, wun­der­schö­ne Alt­stadt ein. 

Natür­lich freu­en wir uns über die zurück­lie­gen­den Erleb­nis­se und über unse­re Leis­tung. Und wir freu­en uns natür­lich auch über den Cap­puc­ci­no, den wir an die­sem herr­li­chen Som­mer­tag genie­ßen, wäh­rend wir dem bun­ten Trei­ben in den Gas­sen zuschau­en. Aber es liegt auch ein wenig Weh­mut in der Luft. Weh­mut dar­über, dass unse­re Rei­se hier und heu­te endet, und somit auch die Frei­heit der zurück­lie­gen­den Tage. Die­se Frei­heit wur­de ledig­lich von der Stre­cken­füh­rung ein wenig ein­ge­schränkt. Zeit, Rhyth­mus und Takt haben wir selbst bestimmt. Und viel­leicht ist das eine der größ­ten Erfah­run­gen, die wir neben den vie­len Erleb­nis­sen gesam­melt haben. Die Erfah­rung, dass man auf einer mehr­tä­gi­gen Rad­tour ein­fach nur ent­schleu­ni­gen und genie­ßen kann. Vor allen dann, wenn man sich um das Drum­her­um kei­ne Gedan­ken machen muss. 

Unse­re Erfah­run­gen und Tipps zur Rad­run­de All­gäu haben wir übri­gens in einem umfas­sen­den Rat­ge­ber zusam­men­ge­fasst: https://bergparadiese.de/radrunde-allgaeu-der-ultimative-ratgeber

Buchungs­ver­weis:

Sie wol­len die Rad­run­de All­gäu selbst erleben?

Die Fahr­rad­rei­se gibt es in drei ver­schie­de­nen den Vari­an­ten: sport­lich, klas­sisch und gemüt­lich — Gepäck­trans­fer inklusive.