Radreise-Fan und Outdoor-Content Creator Thomas Kargl nimmt Sie mit auf den Alpe Adria Radweg. Lernen Sie die wichtigsten Fakten und schönsten Highlights kennen und erfahren Sie, welche Geheimtipps Sie nicht verpassen sollten.
Die Alpen überqueren, perfekte Radwege, unzählige Erlebnisse vom Alpen-Charme bis zum italienischen Flair. Perfekt für jeden Typ Fahrrad und so individuell anpassbar wie die unterschiedlichen Vorstellungen: Das alles ist der Ciclovia Alpe-Adria-Radweg, die beliebteste Alpenüberquerung.
Den Traum von einer Alpenüberquerung haben viele, perfekt umsetzen kann man ihn mit dem Alpe-Adria-Radweg. Die Strecke lässt sich einfach anpassen. Wie wär’s mit Triest als Ziel statt Grado? Etwas weniger Steigungen? Kein Problem – einfach früher in die Bahn einsteigen. Die meisten treffen sich spätestens auf dem traumhaften Abschnitt zwischen Tarvis und Udine. Wenn Sie noch nicht überzeugt sind, einfach weiterlesen, Sie werden es.
Was macht den Alpe-Adria-Radweg aus?
Kultur, Landschaft und Infrastruktur. Der Radweg in seiner eigentlichen Form von Salzburg nach Grado ist ein perfekt ausgebauter Fahrradweg, der durch sehenswerte Landschaft führt, Salzburg, Udine und Palmanova durchquert und sagenhafte Bergketten, Flusslandschaften und das Meer zusammenführt. Zu den Fahrradwegen kommt die fast durchgängige Begleitung der Bahnlinie. Das macht es einfach, kleine Abkürzungen zu nehmen, wie zum Beispiel die Umgehung des steilen Anstiegs vor Bad Gastein. Sehenswert ist der mondäne Ort mit seinen Belle-Époque-Hotels und dem Wasserfall allemal.
Die Fakten über den Alpe-Adria-Radweg
Distanz: maximal 410 Kilometer
Anstiege: 3.800 Höhenmeter
Die Strecke: Der offizielle Radweg führt von Salzburg über den Tauernradweg ins Gasteinertal. Durch die Tauernschleuse geht es nach Kärnten, nach Mallnitz und weiter ins Mölltal. Entlang des Drauradwegs geht es nach Villach. Weiter geht es an der Gail bis nach Arnoldstein und über die Grenze nach Tarvis in der Region Friaul Julisch Venezien. Durch das Kanaltal und das Eisental geht es bis Venzone, Udine und Palmanova, bevor man in Grado einrollt.
Alternativziel: Villach, Triest
Die Highlights des Alpe-Adria-Radwegs
Neben Bad Gastein ist die Stadt Salzburg schon ein kulturreicher Startpunkt. Ein extra Tag, um die Mozart- und UNESCO-Kulturerbe-Stadt zu erleben, empfiehlt sich. Hallein, die Keltenstadt, in der Salz abgebaut wurde, ist über den flachen Tauernradweg entlang der Salzach noch am ersten Tag zu erreichen. Nach dem Salzachtal folgt das Gasteinertal mit mächtigen Bergen, die uns begleiten. Durch den Alpenhauptkamm geht es mit der Tauernschleuse, einer Bahnverbindung, die uns in wenigen Minuten nach Kärnten bringt. Auf der anderen Tunnelseite wartet in Mallnitz der Nationalpark Hohe Tauern. Durch das Mölltal und das Drautal würde es flott vorangehen. Links und rechts der Strecke liegen jedoch die wunderschönen Kärntner Seen. Den einen oder anderen Abstecher kann man etwa zum Ossiacher See, Millstätter See oder Wörther See schon machen. Passend dazu gibt es die Alpe-Adria-Sternfahrt. Gleich hinter der Grenze zu Italien fährt man auf der alten Bahntrasse der Pontebbana. Durch das wunderschöne Kanaltal und später das Eisental geht es über Bahnbrücken, Tunnel und Galerien. Alte Bahnhöfe dienen nun als kultige Cafés und versorgen uns Radfahrer mit Cappuccino und anderen italienischen Köstlichkeiten. Die markanten Felsformationen der Südlichen Kalkalpen müssen wir nur bestaunen, aber nicht bewältigen. Die Bahntrasse führt uns beständig bergab Richtung Süden. Entlang der wilden Alpenflüsse Fella und Tagliamento ist die Abkühlung immer in Greifweite. Noch näher kommt sie beim Wasserfall Cadramazzo. Nun reißen sich Städte wie Venzone, Udine und Palmanova um den Platz als Fotomotiv. Palmen, Weinreben und Feigenbäume zieren die Radwege zwischen kleinen italienischen Dörfern. Als großes Finale wartet die Fahrt über den Damm der Lagune von Grado. Dann ist es geschafft: über die Alpen und bis zum Meer. Ein grandioses Gefühl, das man am besten mit einem Sprung in die Adria und gutem Essen krönt.
Das passende Fahrrad für den Alpe-Adria-Radweg
Der Radweg führt die meiste Zeit über Asphalt oder gute Schotterwege. Es gibt vor Gastein einen steilen und sonst mehrere mäßige, aber längere Anstiege. Wenn man das bedenkt, ist so gut wie jedes Fahrrad geeignet: egal ob bequemes E‑Bike oder sportliches Tourenrad. Rennräder mit sehr dünnen Reifen und Citybikes mit wenigen Gängen werden als Einzige nicht glücklich werden auf der Tour.
Die beste Reisezeit für den Alpe-Adria-Radweg
Im Zeitraum von April bis Oktober ist der Radweg allgemein gut befahrbar. Mit der Jahreszeit verändert sich der Fokus bei der Bekleidung von Regenschutz auf Sonnenschutz. Gerade im Hochsommer sind Sonnen- und Hitzeschutz wichtige Themen. Sollte es zu heiß werden, legt man einfach eine Pause ein und genießt den Schatten.
Für wen eignet sich der Alpe-Adria-Radweg?
Da der Radweg so viele Facetten hat und man dementsprechend unterschiedliche Touren planen und buchen kann, deckt die Alpenüberquerung ein breites Spektrum ab. Sportliche Radler werden genauso auf ihre Kosten kommen wie Genießer. Mit der richtigen Tour, der richtigen Anzahl an Tageskilometern und dem passenden Fahrrad wird der Radweg zum individuellen Erlebnis.
Insidertipps zum Alpe-Adria-Radweg
Den Abschnitt von Golling bis Werfen mit dem Zug abkürzen, um dem Verkehr zu entkommen. In einem der alten Bahnhöfe essen. Unter den Wasserfall Cadramazzo stellen. Das wilde Flussbett der Fella bestaunen. Einen Kaffee in Venzone trinken. Von Venzone bis Braulins die Flussseite wechseln. Feigen auf der Strecke essen.
Und das Wichtigste: Einfach genießen!
Buchbare Routen auf dem Alpe Adria-Radweg
Wer nun Lust bekommen hat, den Alpe Adria einmal selbst zu fahren und mit dem Rad die Alpen zu überqueren, findet bei Feuer und Eis Touristik verschiedene Varianten für jeden Geschmack:
Bildnachweis: Thomas Kargl
