Joana Breyton ist Videografin, Content Creatorin und Gründerin der Videoagentur frameduo. Ihr Herz schlägt für das Wandern und sie verbringt gerne Zeit in den Bergen. Mit der Erfahrung von mehreren Alpenüberquerungen geht sie im Sommer 2025 gemeinsam mit Ihrer Community auf Tour. In ihrem Bericht nimmt sie uns mit auf diese außergewöhnliche Gruppenreise.
Was passiert, wenn sich 22 fremde Menschen über Instagram connecten und eine Alpenüberquerung von Tegernsee nach Sterzing machen wollen? Genau das ist Anfang 2025 passiert. Im Juli war es dann soweit, zusammen mit 2 Guides haben wir in zwei Gruppen die Alpen zu Fuß überquert. Was in diesen 7 Tagen passiert ist, welche Herausforderungen auf uns gewartet haben und ob aus Fremden am Ende so einer Tour Freunde werden können — all das erfährst du in diesem Artikel.
Hi, ich bin Joana und teilte meine Erfahrungen zu Wanderungen – insbesondere Alpenüberquerungen – bei Instagram (@joanabreyton) und YouTube (frameduo). Nachdem ich über meine eigenen Alpenüberquerungen berichtet hatte, erreichte mich über Instagram immer häufiger die Frage: „Können wir mal zusammen eine Tour machen?“ Als sich die Anfragen häuften, fasste ich einen Entschluss: eine Alpenüberquerung für alle zu organisieren, die das schon immer einmal machen wollten, sich alleine aber nicht trauten.
Das Interesse war riesig, und so wandten mein Freund und Geschäftspartner Jannes und ich uns an Feuer und Eis als professionellen Veranstalter. Die Idee für eine Community-Tour war geboren. Nach ein paar Mails stand die Route fest und die Unterkünfte waren gebucht. Jetzt konnten wir die Anmeldung für Interessierte freigeben. Jannes und ich wollten dafür aber nicht einfach nur einen Link teilen. Stattdessen hatten wir eine besondere Idee: Auf ein schlichtes Pappschild schrieben wir die Worte „Gehst du mit mir auf Alpenüberquerung?“ und nahmen ein kurzes Video davon auf, das wir anschließend auf Instagram teilten. Kurz davor waren wir ziemlich nervös. Würde das überhaupt funktionieren? Die Reaktion hat uns überrascht. Das Video kam richtig gut an. Einige der Teilnehmenden erzählten mir später sogar, dass sie sich nur wegen dieses Pappschilds angemeldet hatten. Kaum zu glauben, oder?
Unsere Route
Gemeinsam entschieden wir uns für die Einsteigerroute vom Tegernsee nach Sterzing. Insgesamt meldeten sich 20 Frauen und Männer unterschiedlichen Alters an. Besonders schön: Der jüngste Teilnehmer war 20 Jahre alt, die älteste Teilnehmerin 62. Die Gruppen waren also bunt gemischt. Gestartet wurde in zwei Gruppen, jeweils begleitet von einem Guide.
Die Route führte uns von Bayern über Tirol durch die Zillertaler Alpen bis ins wunderschöne Sterzing in Südtirol. Wir wanderten am Achensee entlang, überquerten den Alpenhauptkamm am Pfitscherjoch und passierten schließlich die Grenze nach Italien. Bei gutem Wetter bietet dieser Abschnitt atemberaubende Ausblicke, ob wir Glück mit dem Wetter hatten, verrate ich dir weiter unten.
Die Tagesetappen lagen jeweils zwischen 10 und 20 Kilometern und führten durch eine abwechslungsreiche Landschaft – mal idyllisch, mal herausfordernd, aber immer beeindruckend.
Der Start unserer Tour
Das Gruppengefühl
In sieben Tagen passiert so viel, dass wir manchmal gar nicht mehr wussten, welcher Tag eigentlich war. Klar, die Landschaft war beeindruckend, aber das Besondere war die Gruppe. Jeden Tag sind wir enger zusammengerückt, haben zusammen gelacht, geflucht und uns gegenseitig hochgezogen. Auf dem Papier hieß das Ziel Sterzing — unterwegs merkten wir aber, dass es viel mehr um den Weg ging. Und wenn morgens mal die Motivation fehlte, reichte oft schon ein Witz oder ein kurzer Blick in die Runde, um wieder loszugehen. Spätestens nach den ersten Kilometern waren wir wieder mittendrin im Abenteuer.
Herausforderungen unterwegs
Uns war schon im Vorfeld klar, dass früher oder später die ersten Herausforderungen auftreten würden. Deshalb hat es uns nicht überrascht, dass es bereits am zweiten Morgen soweit war: Eine Teilnehmerin fühlte sich krank.
Ein großer Vorteil der Route von Tegernsee nach Sterzing ist ihre Flexibilität. Es gibt unterwegs immer wieder Möglichkeiten, Etappen abzukürzen oder ganz zu überspringen. Genau das nutzte die Teilnehmerin für sich. Sie lief den ersten Teil der zweiten Etappe noch mit, entschied sich dann aber für einen früheren Abstieg und hatte so mehr Zeit im Hotel, um sich auszuruhen und wieder zu Kräften zu kommen.
Highlights auf dem Weg
Besonders in Erinnerung geblieben sind uns der Gaisalmsteig am Achensee und die Etappen durch die Zillertaler Alpen. Bei gutem Wetter reichte der Blick von dort bis zu beeindruckenden Bergketten wie dem Karwendel.
Am sechsten Tag überquerten wir schließlich den Alpenhauptkamm am Pfitscherjoch und erreichten Italien – und damit auch Südtirol. Oben haben wir schon von den großartigen Aussichten auf dieser Etappe erzählt. Die Wahrheit ist aber auch: Auf manche Dinge hat man einfach keinen Einfluss. Zum Beispiel auf das Wetter.
An diesem Tag regnete es ununterbrochen, und die Sicht war oft auf wenige Meter eingeschränkt. Wir wurden zwar ordentlich nass, doch der Stimmung in der Gruppe tat das keinen Abbruch. Gerade in solchen Momenten spürt man, wie viel eine starke Gemeinschaft bewirken kann.
Als wir schließlich alle gesund in Sterzing ankamen, war das ein wunderbares Gefühl. Gleichzeitig mischte sich auch ein bisschen Wehmut dazu, denn die gemeinsame Zeit ging zu Ende.
Warum Feuer und Eis als Partner entscheidend war
Für uns beide war es die erste Wanderung mit einer Gruppe — und erst recht die erste, für andere Menschen organisierte Tour. Umso wichtiger war es, die Organisation den Profis zu überlassen. Unterkünfte, Gepäcktransport, die beiden Wanderführer:innen — all das übernahm Feuer und Eis. Besonders in schwierigen Momenten, etwa bei Regen oder Gewitter, zeigte sich, wie wertvoll die Sicherheit durch erfahrene Guides war. So konnten wir uns voll und ganz auf das Abenteuer konzentrieren und die gemeinsame Zeit genießen.
Unser Fazit
Diese Community-Tour zeigte ganz deutlich: Abenteuer und gemeinsame Erlebnisse verbinden und können aus Fremden innerhalb von sieben Tagen Freunde machen. Unser persönliches Highlight: Wir konnten zeigen, dass Social Media in der heutigen Zeit auch positive Seiten hat. Über Instagram haben sich so viele, unterschiedliche Menschen mit der gleichen Leidenschaft gefunden und zusammen diese Reise erlebt. Das Feedback der Teilnehmenden bestätigt uns: Für viele war es ein echter „Once in a lifetime“-Moment.
Unsere Doku zur Tour
Buchungsverweis
Ob mit der eigenen Freundesgruppe oder allein — lassen Sie sich über die Alpen führen und wandern Sie mit Guide von Tegernsee nach Sterzing!