Der Jurast­eig — Höhen und Täler in Bay­erns Outback

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Der Baye­ri­sche Jura im Her­zen Bay­erns ist eine noch weni­ger bekann­te Land­schaft zwi­schen Regens­burg und Nürn­berg. Hier in Bay­erns Out­back gibt es: duf­ten­de Wachol­der­hei­den, schrof­fe Fels­for­ma­tio­nen, mys­ti­sche Tropf­stein­höh­len und roman­ti­sche Fluss­tä­ler, die noch heu­te den Baye­ri­schen Jura prä­gen. Wenn Sie ger­ne wan­dern gehen, aber auch Kul­tur, Ruhe und regio­na­le Atmo­sphä­re suchen, ist der Jurast­eig eine her­vor­ra­gen­de Wahl. Uwe Stan­ke kennt den Weg bes­tens und stellt ihn für Sie vor:

Wer ich bin: 

Mein Name ist Uwe Stan­ke und ich darf das Mar­ke­ting am Jurast­eig beglei­ten. Wan­dern ist für mich aber nicht nur Beruf, son­dern mei­ne abso­lu­te Lei­den­schaft. Als Wan­der­we­ge­ma­na­ger betreue ich ins­ge­samt über 2.000 km Fern­wan­der­we­ge in Ost­bay­ern und der Jurast­eig ist einer mei­ner abso­lu­ten Favo­ri­ten. Auch pri­vat bin ich so gut wie jedes Wochen­en­de auf den unter­schied­lichs­ten Wan­der­we­gen Euro­pa unterwegs. 

Der Jurast­eig ist 237 km lang und führt durch ein “uner­war­te­tes” Bay­ern. Es geht auf coo­len Pfa­den inmit­ten wil­der Natur durch ein­sa­me Fluss­tä­ler, über medi­ter­ra­ne Jura­hän­ge und vor­bei an den wil­des­ten Gesteins­for­ma­tio­nen. Für mich ist der Jurast­eig einer der schöns­ten Fern­wan­der­we­ge die wir in Deutsch­land haben.

Wer ist eigent­lich die­ser Jura? 

Der Baye­ri­sche Jura als Rest eines längst ver­gan­ge­nen Oze­ans ist ein Kind des Was­sers. Die mar­kan­ten Fels­land­schaf­ten sind Abla­ge­run­gen aus dem eins­ti­gen Jura­meer und es war vor allem auch das Was­ser, das die Land­schaft nach dem Mee­res­rück­zug form­te und gestal­te­te. Zeu­gen des Was­sers und des ste­ti­gen Ver­laufs der Zeit sind Höh­len, Doli­nen, Fels­zin­nen und Tro­cken­tä­ler. Über Jahr­tau­sen­de wur­den die wei­ßen Fels­na­deln durch Ver­wit­te­rung her­aus­prä­pa­riert und Hohl­räu­me aus dem Gestein gelöst. Unzäh­li­ge Höh­len laden zu schau­rig-schö­nen Aus­flü­gen in die mys­ti­sche Unter­welt ein, wo Tropf­stei­ne wach­sen, Fle­der­mäu­se über­win­tern und einst der Höh­len­bär haus­te. So prä­sen­tiert sich der Baye­ri­sche Jura heu­te als Land der Gegen­sät­ze in der in wei­ten Tei­len noch natur­be­las­se­nen Natur- und Kul­tur­land­schaft. Impo­san­te, über­all in der Land­schaft auf­tau­chen­de Fels­for­ma­tio­nen und idyl­li­sche, von Scha­fen bewei­de­te Wachol­der­hei­den auf den Hoch­ebe­nen. Mager­ra­sen mit far­ben­präch­ti­gen Orchi­deen und die für eine Karst­land­schaft so typi­schen, mys­ti­schen Tropf­stein­höh­len. Flüs­se, die sich zwi­schen mäch­ti­gen Fels­wän­den hin­durch schlän­geln, und die von Men­schen­hand dazu gezau­ber­ten, das Land­schafts­bild beherr­schen­den Bur­gen und Schlösser.

Und wer ist die­ser Jurast­eig eigentlich?

Der 237 Kilo­me­tern lan­ge Rund­wan­der­weg führt, ein­ge­bet­tet in die unver­wech­sel­ba­re Land­schaft des Baye­ri­schen Jura, durch eine wun­der­ba­re Land­schaft. 13 Etap­pen lei­ten Wan­de­rer über die Höhen und Täler von Donau, Alt­mühl, Wei­ßer und Schwar­zer Laber, Lau­ter­ach, Vils und Naab. Ins­ge­samt erwar­ten die Wan­de­rer über 5.200 Höhen­me­ter, die über­wun­den wer­den müs­sen. Der Jurast­eig wur­de bereits mehr­fach für sei­nen gro­ßen Anteil natur­be­las­se­ner Wege, die lücken­lo­se Beschil­de­rung und den hohen Erleb­nis­grad als einer der bes­ten Wan­der­we­ge Deutsch­lands aus­ge­zeich­net. Der Jurast­eig ver­eint Natur, Kul­tur und baye­ri­sche Gast­lich­keit zu einem per­fek­ten Wan­der­erleb­nis in der attrak­ti­ven Mit­tel­ge­birgs­land­schaft des Baye­ri­schen Juras. 

Der Jurast­eig führt durch die Natur­par­ke Alt­mühl­tal und Hirsch­wald und zeugt so von einer abwechs­lungs­rei­chen und natur­na­hen Land­schaft. Zu den abso­lu­ten High­lights der Natur­schön­hei­ten gehö­ren das Natur­schutz­ge­biet Wel­ten­bur­ger Enge eben­so wie der Alpi­ne Steig bei Schön­ho­fen, die “Baye­ri­sche Tos­ka­na” des Lau­ter­ach­tals und das Deus­mau­er Moor. Ent­lang der Stre­cke lie­gen auch zahl­rei­che kul­tur­his­to­ri­sche High­lights. Das bekann­te Bene­dik­ti­ner­klos­ter Wel­ten­burg am Donau­durch­bruch, die Wall­fahrts­kir­che Habs­berg oder die Burg­rui­nen Hohen­burg und Kall­münz sind loh­nen­de Abste­cher. Hin­zu­kom­men aber auch kuli­na­ri­sche Höhe­punk­te. Vie­le Gast­häu­ser bie­ten das Alt­mühl­ta­ler und Jura­distl-Lamm an. Und die vie­len Braue­rei­en deu­ten dar­auf hin, dass im Baye­ri­schen Jura das Ursprungs­land des Bie­res liegt.

Was sind mei­ne per­sön­li­chen High­lights und Empfehlungen? 

  • Klos­ter Wel­ten­burg mit Donau­durch­bruch Eine Schiff­fahrt von Kel­heim bis zum Klos­ter Wel­ten­burg durch den Donau­durch­bruch gehört qua­si zum Pflicht­pro­gramm, wenn Sie in unse­re Regi­on kom­men. Die hoch auf­ra­gen­den Fel­sen, die das Ufer auf bei­den Sei­ten säu­men, und die Arten­viel­falt des Natur­schutz­ge­bie­tes Wel­ten­bur­ger Enge wer­den Sie sicher begeistern.
  • Alpi­ner Steig Der unte­re Alpi­ne Steig, auch Pfalz­l­bau­ern­berg genannt, liegt in einem ein­zig­ar­ti­gen Land­schafts­schutz­ge­biet zwi­schen Eils­brunn und Schön­ho­fen. Er führt über eine Fel­sen­land­schaft, wie man sie aus dem Vor­al­pen­land kennt.
  • Wachol­der­hei­den im Lau­ter­ach­tal Das Lau­ter­ach­tal — die Tos­ka­na Bay­erns — bie­tet sowohl für Wan­de­rer als auch für Natur­freun­de eine wun­der­ba­re land­schaft­li­che Kulis­se mit medi­ter­ra­nem Flair. So ein­zig­ar­tig die Land­schaft ist, so beson­ders ist auch die Tier- und Pflan­zen­welt. 
  • Land der 1.000 Quel­len Der Bach­lauf der Wei­ßen Laber schlän­gelt sich von Neu­markt bis Diet­furt wie ein silb­ri­ges, ver­schlun­ge­nes Band durch eine beson­ders reiz­vol­le Talland­schaft, in die klei­ne Dör­fer und Säge­müh­len ein­ge­bet­tet sind. Res­te einst­mals klap­pern­der Mühl­rä­der säu­men den Weg.

Ich wün­sche Ihnen viel Spaß auf dem Fern­wan­der­weg Jurasteig.

Euer Uwe

Autor und Foto­graf: Uwe Stanke

Hier geht es zur Tour: Jurast­eig