Björn Ahrndt von Bergparadiese.de, erfahrener Outdoor- und Tour-Autor, hat im September 2025 den KAT Bike mit einem E‑Mountainbike, für uns getestet. In diesem Gastbeitrag nimmt er Sie mit auf die Tour, zeigt herrliche Ausblicke und gibt praktische Tipps für alle, die 2026 selbst in die Pedale treten möchten.
Die KAT BIKE E‑NJOY Radtour richtet sich besonders an Genuss-Radfahrer: breite, gut befestigte Wege, gemütliche Unterkünfte und die typische Tiroler Gastfreundschaft sorgen für ein entspanntes Erlebnis. Björn gibt einen persönlichen Einblick in die Etappen, die landschaftlichen Highlights und das besondere Gefühl, unterwegs zu sein – und verrät, worauf man achten sollte, um die Tour bestmöglich zu genießen.
Am Ende des Beitrags finden Sie zudem den Link zur Tourenbeschreibung sowie mögliche Varianten für unterschiedliche Fahrertypen.
Von traumhaften Aussichten, Trails & Top Unterkünften
Der feine Riesel knirscht unter den breiten Reifen meines Mountainbikes, während sich der Niesel aus der tief hängenden Nebeldecke auf den Gläsern meiner Radbrille und meiner übrigen Ausrüstung breitmacht. Hinter jeder Kurve wartet ein neuer Ausblick. Hinter jeder Auffahrt eine verdiente Abfahrt. Mal sind die Bäume nebelverhangen und die Berge nur schemenhaft zu erkennen. Dann wischt ein kurzer Windhauch die Nieseltropfen von meiner Radbrille und den Nebel von den Berghängen. Und es zeigt sich die bunte, einsame Schönheit der Kitzbüheler Alpen.
Es ist Herbst in den Tiroler Bergen – die perfekte Jahreszeit für eine ausgedehnte, mehrtägige Biketour. Nicht zu heiß, sodass die Höhenmeter bergauf nicht zur Quälerei werden. Und noch nicht zu kalt, dass man sich nicht auf den schnellen Abfahrten dick einpacken müsste. In der Regel zeigt sich zu dieser Jahreszeit auch das Wetter sehr stabil. Am heutigen Bike-Tag allerdings präsentiert es sich ausnahmsweise von seiner launischen Seite. Kein Problem – mit der richtigen Ausrüstung. Und kein Problem – mit dem richtigen Bike. Während ich nun den spektakulär schönen Wiegalm-Trail talwärts fahre, freue ich mich dennoch auf eine entspannende Sauna und frische Klamotten für den Abend und den morgigen Tag. Beides wartet in meiner nächsten Unterkunft auf dieser dreitägigen Tour durch die Kitzbüheler Alpen.
Ich befinde mich übrigens gerade auf der zweiten Etappe des KAT BIKE E‑NJOY und fahre meinem Etappenziel in Oberndorf in Tirol entgegen. Gestern bin ich in Angerberg bei Wörgl in diese perfekt organisierte Radtour eingestiegen. Bis zu meinem finalen Ziel in Fieberbrunn liegen noch gute 80 Kilometer und etwa 1.800 Höhenmeter vor mir. Den größten und längsten Anstieg des heutigen Tages habe ich jedoch bereits hinter mir gelassen. Jetzt wartet nur noch purer Genuss auf mich und mein Mountainbike. Auf mein E‑Mountainbike, um genau zu sein. Denn dafür steht das „E“ in KAT BIKE E‑NJOY.
Zum Genuss auf dieser Panoramatour zählt auch der Wiegalm-Trail, der sich gerade unter meinen Radreifen schlängelt. Der Trail ist sicherlich die anspruchsvollste Passage des gesamten KAT BIKE E‑NJOY. Er setzt selbstverständlich ein gewisses Maß an fahrerischem Können voraus – bewegt er sich doch immerhin im Bereich S1 bis S2 der Mountainbike-Singletrail-Skala. Aber dieser Trail ist nicht zwingend Bestandteil der heutigen zweiten Etappe. In der Abfahrt von der Wiegalm hätte ich auch die entspannte Variante über den Forstweg wählen können. Die führt auf breitem Forst- und Wirtschaftsweg ebenfalls talwärts – allerdings mit deutlich weniger Anspruch an Rad und Fahrer.
Insgesamt richtet sich der KAT BIKE E‑NJOY definitiv mehr an den genussorientierten Radfahrer denn an sportliche Downhill-Biker – sowohl landschaftlich als auch von der Streckenführung her.
Und auch die Einkehrmöglichkeiten sind ein purer Genuss. Typische Tiroler Gastfreundschaft eben – egal ob auf den urigen Hütten oder in den Gassen der Talorte.
Alternativ wäre die sportliche Variante des KAT BIKE, die teilweise auf identischen Pfaden wie dem Wiegalm-Trail über die Kitzbüheler Grasberge führt, das passende Gegenstück.
Für den Einstieg in Mehrtagestouren oder eben für Genussfahrer empfinde ich den KAT BIKE E‑NJOY aber als genau die richtige Wahl.
Apropos Genuss: Genuss und Komfort bieten auch die Unterkünfte. Sie sorgen für eine gute Erholung vor dem Start in eine Etappe und somit für die optimale Vorbereitung auf den kommenden Tag. Dazu sind sie bestens auf Radfahrer eingestellt – von der Bikegarage über Lademöglichkeiten bis hin zu frühen Frühstückszeiten. Übrigens gehört Radfahren neben Wandern und Bergsteigen zu meinen Leidenschaften. Allerdings bin ich bislang mehr auf eintägigen Radtouren als auf Mehrtagestouren unterwegs gewesen – von meiner Allgäu-Radrunde, die ich ebenfalls mit Feuer & Eis Touristik gemacht habe, einmal abgesehen.
Das viele Gepäck hält mich meist von mehrtägigen Bike-Erlebnissen ab. Umso schöner empfinde ich den Gepäcktransfer, den ich hier auf dem KAT BIKE E‑NJOY genieße. Denn gerade das schnell wechselnde Wetter in den Bergen erfordert manchmal doch eine recht umfangreiche Ausrüstung. Und die immer mitzuführen, ist nicht wirklich „mein Ding“. Dank des Gepäcktransfers kann ich mich aber täglich auf die sich verändernden Temperaturen einstellen und mit einem leichten, passenden Tagesrucksack in die Etappe starten. Während ich leicht und entspannt meinem Etappenziel entgegenradle, wartet in meiner nächsten Unterkunft schon mein Gepäck. Da kann man auch mal „ein wenig mehr“ einpacken.
So werde ich morgen die Regenjacke gegen ein T‑Shirt eintauschen. Denn es ist wieder einer dieser wunderschönen Spätsommertage vorhergesagt – mit genialer Fernsicht auf die Kitzbüheler Alpen und den Wilden Kaiser in klarer, frischer Herbstluft.
Auch dieser dritte Etappentag ist wieder mit vielen wunderbaren Kilometern unter meinen Mountainbikereifen gespickt – 66 an der Zahl und über 1.600 Höhenmeter. Denn am morgigen Tag steht unter anderem das große Finale auf der Buchensteinwand an, wo mich eine Aussicht erwartet, die im wahrsten Sinne des Wortes jeden Kurbeltritt wert ist! Und auch der Pillersee oder die Weißbachschlucht erwarten mich, bevor es schließlich über den weithin bekannten Biathlon-Weltcuport Hochfilzen nach Fieberbrunn geht. Bis es soweit ist, genieße ich aber erst einmal den heutigen Tag, der mir trotz des teils tief hängenden Nebels und des leichten Niesels einfach nur ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert. Schon die einsame Auffahrt hinauf zur Wiegalm war in der herbstlichen Stimmung ein Traum. Und jetzt diese spannende Abfahrt auf dem schmalen und doch so flowigen Naturtrail – sie ist definitiv die Krönung der heutigen Tour. Mit Sicherheit ist sie auch mein persönlicher Höhepunkt der heutigen Etappe.
Nicht aber das einzige Highlight auf meiner dreitägigen Radtour durch das Herz der Kitzbüheler Alpen. Denn auch das, was bereits hinter mir liegt, hat meine Erwartungen an die KAT BIKE-Tour mehr als übertroffen. Eine einfache Einsteigertour, die auf guten Straßen und über schöne Forstwege tolle Aussichten miteinander verbindet. Dazu eine gute Beschilderung, die die Wegfindung einfach macht. Und genug Zeit im Verlauf eines Tages, um anzuhalten, innezuhalten und das Panorama auf sich wirken zu lassen. Kurzum: eine dreitägige Biketour über 3.600 Höhenmeter. Verteilt auf 163 Kilometer, die jeden einzelnen Tourtag zu einem puren Genuss werden lassen.
Eine Zusammenfassung meiner Erlebnisse, meine persönlichen Highlights und Tipps findest Du auf https://bergparadiese.de/kat-bike
Und für alle die neugierig auf die Tour geworden sind:
Die Kitzbüheler Alpen mit dem Rad erleben aber ohne viel Höhenmeter?
Diese Tour schont Ihren Puls aber nicht den Genuss