Legen­den und Sagen in den Alpen

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Bereit für das nächs­te sagen­haf­te Aben­teu­er? Der Alpen­raum ist ein Ort vol­ler Legen­den, Mythen und Sagen. Die Geschich­ten las­sen Ber­ge, Land­schaf­ten und Seen in einem etwas ande­rem Licht erschei­nen und geben Tou­ren vor Ort einen ganz beson­de­ren Kick. Von Bay­ern über Berch­tes­ga­den bis nach Süd­ti­rol — hier wer­den fünf die­ser Geschich­ten wie­der lebendig.

Sagen­um­wo­be­nes aus Berch­tes­ga­den: Der grau­sa­me König Watze 

Der Sage nach herrsch­te einst ein grau­sa­mer und blut­rüns­ti­ger König namens Wat­ze oder Watz­mann, der gemein­sam mit sei­ner Frau, sei­nen sie­ben Kin­dern und sei­ner Meu­te höl­li­scher Jagd­hun­de Furcht und Schre­cken im Land ver­brei­te­te. Doch eines sei­ner Opfer ver­fluch­te die vom Volk ver­hass­te Königs­fa­mi­lie. So wur­den sie über dem Berch­tes­ga­de­ner Tal in Stein ver­wan­delt und ihr Blut floss zusam­men und bil­de­te den Königs­see. Die Stel­le, an der sich Wat­zes Höl­len­hun­de nach dem Ver­schei­den ihres Herrn in den Tod gestürzt haben sol­len, kennt man heu­te als Hunds­tod. Der Watz­mann gilt als Wahr­zei­chen von Berch­tes­ga­den und ist mit sei­nen 2.713 Metern der Mit­tel­spit­ze der höchs­te inner­deut­sche Gip­fel. Er rahmt zusam­men mit dem Klei­nen Watz­mann (2.307 Meter) — auch Watz­mann­frau genannt, meh­re­re klei­ne Gip­fel ein, die Berg­stei­gern als Watz­mann­kin­der bekannt sind…

Unse­re Wan­der­rei­se Salz­al­pen­steig führt auf 125 Kilo­me­tern vom Chiem­see zum sagen­um­wo­be­nen Königs­see und endet mit Blick auf den impo­san­ten Watz­mann — Gän­se­haut garan­tiert. Mehr Details zu der Tour fin­den Inter­es­sier­te hier.

Die Sage vom Prags­er Wild­see: Im Reich der Fanes 

Der wohl bekann­tes­te See Süd­ti­rols spielt auch in der Sagen­welt eine wich­ti­ge Rol­le, denn mit einem Boot kann man hier angeb­lich das unter­ir­di­sche Reich der Fanes errei­chen. Das Tor zur Unter­welt befin­det sich wohl am Süd­ende des Sees, wo heu­te der impo­san­te See­ko­fel mit 2.810 Metern den Prags­er Wild­see über­ragt. Die­ser Berg wird auch Sass dla Por­ta genannt, also Torberg…

Das pas­sen­de Ambi­en­te zu die­ser Geschich­te lie­fert unse­re Natur­park­wan­de­rung durch die Dolo­mi­ten, die genau am Prags­er Wild­see star­tet und in des­sen kris­tall­kla­rem Was­ser sich die Wän­de des Sass dla Por­ta spie­geln. Wei­te­re Details zur Tour hier.

Wun­der­li­ches aus der Part­nach­klamm: Das Wettersteinmandl

Umge­ben von tosen­den Was­ser­fäl­len, gur­geln­den Stru­deln und schrof­fen Fels­wän­den soll das kau­zi­ge Wet­ter­stein­mandl in einer ver­steck­ten Hüt­te leben. Vor lan­ger Zeit war er zur Stel­le, als der klei­ne Hias von Blitz und Don­ner über­rascht wur­de, ein höh­ni­sches Lachen hör­te und sodann in die Flu­ten der Part­nach fiel. Das Wet­ter­stein­mandl — ein alter, aber bären­star­ker Mann — zog ihn her­aus, lud ihn in sei­ne aus Rin­den gebau­te Hüt­te ein und erzähl­te von der Wet­ter­he­xe. Die­se hat­te das Gewit­ter her­auf­be­schwo­ren, um den Buben in die Flu­ten zu rei­ßen. Als sich das Unwet­ter ver­zo­gen hat­te, beglei­te­te der Ret­ter den Jun­gen zurück auf sei­nen Weg. Als sich Hias über die grü­ne Far­be der Part­nach wun­der­te, begann sein Beglei­ter zu erzäh­len: Vor Jah­ren, als er noch selbst ein Bub war, hat­te er in den Fel­sen des Part­nach­klamm eine grü­ne Far­be gefun­den, die so rein und inten­siv war, dass er sie nach Ita­li­en zum Ein­fär­ben der Fürs­ten­ge­wän­der brin­gen woll­te. Doch als er sich auf den Weg mach­te, ließ die Wet­ter­he­xe die Part­nach anstei­gen und schleu­der­te einen Blitz, sodass er und sein Fass voll Far­be in die Flu­ten stürz­te. Er konn­te sich ret­ten, doch die kost­ba­re Far­be war ver­lo­ren. Als er spä­ter auf dem Weg zurück nach Hau­se wie­der an die­se Stel­le vor­bei­kam, merk­te er, dass sich der Fluss grün ver­färbt hat­te und seit jeher so schön grün sei…

Bei unse­rer geführ­ten Alpen­über­que­rung von Gar­misch nach Ster­zing wird die beein­dru­cken­de Part­nach­klamm durch­quert. Erha­schen Wan­de­rer, die hier vom Gewit­ter über­rascht wer­den, wohl auch einen Blick auf die sonst ver­bor­ge­ne Hüt­te des Wet­ter­stein­mandls? Mehr Infor­ma­tio­nen zur Rou­te hier.

His­to­rie vom Hall­stät­ter­see: Der Rie­se Krip­pen am Dachstein 

Der Krip­pen­stein ragt hoch über dem Hall­stät­ter­see im Salz­kam­mer­gut her­vor; einer Sage nach bedeck­te die Land­schaft einst saf­ti­ge Almen. Dort haus­te der uner­mess­lich rei­che Rie­se Krip­pen mit sei­ner wun­der­schö­nen, aber blin­den Toch­ter. Aus Sor­ge um sein ein­zi­ges Kind rief er eines Tages den Berg­geist, der ihm eine graue Rol­le gab und befahl: Gehe in der drit­ten Voll­mond­nacht auf jene brei­te Flä­che dort, lege die Rol­le um dei­ne Schul­ter, sie wird zum Man­tel wer­den. Nimm dei­ne Toch­ter auf den Man­tel; wenn der Mond über dem Berg steht, wird sie sehen. Doch hüte dich in die­ser Zeit ein böses Wort zu spre­chen, oder einen bösen Gedan­ken zu hegen. Der Rie­se tat wie gehei­ßen, die Rol­le wur­de zu einem wei­ten Man­tel, in des­sen Fal­ten Edel­stei­ne glit­zer­ten. In die­sem Augen­blick griff der Rit­ter Däum­ling, der um die blin­de Braut warb, getrie­ben von Gier nach dem fun­keln­den Stei­nen. Zorn­er­füllt stieß der Rie­se einen Fluch aus und ein Don­nern erfüll­te die Luft — seit jeher gibt es in die­ser Gegend wil­des Geröll statt blü­hen­der Almen. Noch heu­te ist der Kör­per des Rie­sen Krip­pen als Fels des Krip­pen­steins zu erken­nen — an sei­ne Schul­ter gelehnt schläft sei­ne wun­der­schö­ne, blin­de Toch­ter und zur Lin­ken ragt der gie­ri­ge Däum­ling auf…

Auf dem Salz­kam­mer­gut Rund­wan­der­weg mit Charme gehört eine Erkun­dung des Krip­pen­stein zum Pro­gramm — auf der Wan­der­rei­se bleibt genug Zeit, um über die Moral der Geschich­te des Rie­sen Krip­pen zu kon­templie­ren. Mehr Infor­ma­tio­nen zur Wan­de­rung hier.

Süd­ti­ro­ler Sage: König Lau­rin und sein Rosengarten 

Die Süd­ti­ro­ler Sage vom Zwer­gen­kö­nig Lau­rin ist eine der Bekann­tes­ten und der Rosen­gar­ten die per­fek­te Kulis­se für eine sagen­haft gute Wan­de­rung: Der Zwer­gen­kö­nig Lau­rin ver­lieb­te sich in eine Prin­zes­sin und woll­te sie in sein Reich ent­füh­ren. Doch die Rit­ter ihres Vaters über­wäl­tig­ten ihn, obwohl er als unbe­sieg­bar galt — weder sei­ne Tarn­kap­pe und noch sein Zau­ber­gür­tel hal­fen. Dar­auf­hin ver­wünsch­te Lau­rin sei­nen Lieb­lings­ort: Weder bei Tag noch bei Nacht soll­te ein Men­schen­au­ge jemals wie­der sei­nen Rosen­gar­ten erbli­cken kön­nen. Doch er hat­te die Däm­me­rung ver­ges­sen und so erstrah­len die blü­hen­den Rosen des ver­zau­ber­ten Gar­tens wei­ter­hin, aber nur für kur­ze Zeit am Mor­gen und am Abend…

Im Eggen­tal Süd­ti­rols laden noch wei­te­re Wan­der­we­ge zum Ent­de­cken von Sagen und Legen­den ein. Im Herbst und Früh­jahr kann etwa am Kar­rer­see mit etwas Glück die sagen­um­wo­be­ne Nixe Ondi­na erspäht wer­den — eine Sta­tue befin­det sich auf einem Stein in der Mit­te des Sees und erscheint nur bei nied­ri­gem Wasserstand!

Wer sich von der legen­dä­ren Land­schaft Süd­ti­rols ver­zau­bern las­sen möch­te, begibt sich auf unse­rer Wan­der­rei­se von Bri­xen nach Meran mit­ten ins Herz der Regi­on. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zur Ste­cke hier.

Buchungs­ver­weis:

Las­sen Sie sich in die Welt der Legen­den und Sagen des Alpen­raums entführen:

Alle Wan­de­run­gen zu den im Bei­trag vor­ge­stell­ten Geschich­ten haben wir zugsammengefasst.