Am Puls der Alpen – vom Tegern­see nach Kitzbühel

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Berg­lieb­ha­be­rin und Hob­by-Wan­de­rin Ste­fa­nie Leist­ner berich­tet von ihrer Wan­der­rei­se und nimmt uns mit auf ruhi­ge Pfa­de mit atem­be­rau­ben­den Aus­sich­ten und direkt hin­ein in den Puls der Alpen.

Ein­mal zu Fuß über die Alpen. Ein Traum, den ich mir im ver­gan­ge­nen Jahr erfüllt habe. Mit Feu­er und Eis Tou­ris­tik bin ich vom Tegern­see nach Ster­zing gewan­dert. Ein Erleb­nis, das sich ein­ge­prägt hat und das ich auf jeden Fall wie­der­ho­len woll­te. Ich habe sozu­sa­gen „Blut geleckt“.

Nach­dem die Rou­te vom Tegern­see nach Ster­zing zu den abso­lu­ten Klas­si­kern zählt, habe ich mich in die­sem Jahr auf eher unbe­kann­te Pfa­de bege­ben. Auf den ers­ten Abschnitt der drei­tei­li­gen Wan­der­rei­se „Am Puls der Alpen“ — vom Tegern­see nach Vene­dig. Die gan­ze Tour führt vom schö­nen Tegern­see in Ober­bay­ern bis an die Adria nach Vene­dig. Für mich ging es in sechs Etap­pen vom Start­punkt der Stre­cke bis nach Kitzbühel.

Gestar­tet am wun­der­schö­nen Tegern­see, der nicht umsonst einer der belieb­tes­ten Seen Bay­erns ist. Ankom­men, den All­tag hin­ter sich las­sen und sich auf die kom­men­den Tage ein­stim­men – das fällt einem in die­ser Kulis­se nicht schwer.

Ankom­men am Tegernsee

Vom Tegern­see führt die Tour wei­ter an den nächs­ten baye­ri­schen See, den Schlier­see. Etwas klei­ner, beschau­li­cher, aber nicht min­der schön! Nach die­ser ers­ten Etap­pe ist man schon drin im Wan­dern, im Los­las­sen, im Genie­ßen. Genuss wird ohne­hin groß geschrie­ben bei die­ser Tour. So haben wir stets in 3- bis 4‑S­ter­ne-Gast­häu­sern oder ‑Hotels über­nach­tet und konn­ten den Wan­der­tag gemüt­lich aus­klin­gen las­sen. Der orga­ni­sier­te Gepäck­trans­fer bie­tet eben­falls einen Hauch von Luxus. Man wan­dert nur mit Tages­ruck­sack, der Kof­fer war­tet schon im nächs­ten Hotel. Dass der Genuss im Vor­der­grund steht, merkt man auch bei den aus­ge­wähl­ten Rou­ten und Wegen. Oft gibt es Tour­va­ri­an­ten mit ver­schie­de­nen Schwie­rig­kei­ten je nach Fit­ness­le­vel, Berg­erfah­rung oder Wit­te­rungs­be­din­gun­gen. So auch beim nächs­ten Teil der Tour über den Wen­del­stein nach Bayrischzell.

Blick vom Wendelstein

Wer mag wan­dert gemüt­lich im Tal, wer mehr Her­aus­for­de­rung und Höhen­me­ter möch­te, besteigt den Gip­fel. Für mich war die­ser Teil der Tour einer der Schöns­ten. Anstren­gend und for­dernd beim Anstieg, oben ange­kom­men war ich stolz es geschafft zu haben. Belohnt wird man mit einem Blick weit über die Alpen, sowie ins Alpenvorland.

Auch der nächs­te Teil der Rou­te war beson­ders, haben wir hier die Lan­des­gren­ze zwi­schen Bay­ern und Tirol erreicht. Ganz unschein­bar ste­hen die alten Grenz­stei­ne im Alm­ge­län­de und las­sen gleich­zei­tig einen Hauch von Nost­al­gie und Geschich­te mit­schwin­gen. Auf der Etap­pe zwi­schen Bay­risch­zell und Thier­see konn­te man ganz zu sich selbst kom­men. Wun­der­schö­ne Pfa­de am Berg­rü­cken ent­lang führ­ten uns zwi­schen Trains­joch und Ascher­joch nach Vor­dert­hier­see in Tirol. Kaum ein Wan­de­rer kam uns trotz Traum­wet­ter ent­ge­gen. Viel­leicht weil wir recht früh im Jahr unter­wegs waren – hat die Wan­der­sai­son in den meis­ten Tei­len der Alpen gera­de erst begon­nen – viel­leicht aber auch weil die Tour nicht so bekannt und began­gen ist wie die Klas­si­ker. Hier kann man ihn jeden­falls ganz deut­lich spü­ren – den Puls der Alpen.

Bay­risch­zell – Thiersee

Die nächs­te Etap­pe bis Kuf­stein war wie­der geprägt von Was­ser und Wald, lagen doch eini­ge wun­der­schö­ne Berg­seen auf der Stre­cke. Eine wei­te­re Beson­der­heit die­ser Alpen­über­que­rung. Immer wie­der laden Seen zum Baden und Ras­ten ein und wenn es das Wet­ter erlaubt, soll­te man auf jeden Fall ein Hand­tuch im Gepäck haben.

Der Thier­see – einer von vie­len Seen ent­lang der Tour

Am Nach­mit­tag hat man schließ­lich Kuf­stein erreicht – die Per­le am Inn. Eine typi­sche Tiro­ler Klein­stadt, die mit ihrer Burg und den Cafés am Inn­ufer einen Charme ver­sprüht, der mich gleich ein biss­chen ver­zau­bert hat. Ver­zau­bert hat mich auch der Kai­ser­lift, der uns am nächs­ten Mor­gen vom Tal in Kuf­stein in die Höhen des Kai­ser­ge­bir­ges gebracht hat. Ein biss­chen Nost­al­gie konn­te ich schon spü­ren, als ich den Ein­sit­zer-Ses­sel­lift bestie­gen habe und mit jedem Meter, den er mich nach oben brach­te habe ich wie­der etwas mehr los­ge­las­sen vom All­tag. Wobei ich inzwi­schen ohne­hin schon ganz „drin“ war im neu­en Rhyth­mus aus Wan­dern, Natur und Genuss. Erblickt man an der Berg­sta­ti­on des Kai­ser­lif­tes dann zum ers­ten Mal den Wil­den Kai­ser, ist es wie Ein­tau­chen in eine ande­re Welt. Ein wei­te­res High­light für mich auf die­ser Tour.

Blick auf den Wil­den Kaiser

Eben­so der Blick zurück auf den Wen­del­stein, den man von hier oben sehen kann. Es mach­te mich schon ein biss­chen stolz zu wis­sen, dass ich die­sen Weg größ­ten­teils zu Fuß zurück­ge­legt habe. Die Kulis­se des Wil­den Kai­sers beglei­te­te uns den gan­zen Tag, bis wir schließ­lich an unse­rem nächs­ten Etap­pen­ziel Ell­mau ange­kom­men sind. Fünf Tage waren wir nun schon unter­wegs und es mach­te sich etwas Weh­mut breit, als wir am nächs­ten Mor­gen auf unse­re letz­te Etap­pe star­te­ten. Eine Etap­pe, die noch ein­mal viel zu bie­ten hatte.

Ein Blick zurück Rich­tung Kaisergebirge

Noch­mal ein Blick ins Kai­ser­ge­bir­ge, als wir den Haus­berg bei Ell­mau bestie­gen. Pfa­de durch Wald und Wie­se, vor­bei am Gier­in­ger Wei­her und Schwarz­see, bis wir schließ­lich mit Kitz­bü­hel unser letz­tes Ziel auf die­ser Rei­se erreicht haben. Bekannt durch die Streif* und viel Pro­mi­nenz, die hier ein- und aus­geht. Die Gams­stadt ver­sprüht schon ein beson­de­res Flair und ist sicher­lich ein pas­sen­des Ziel für eine Genuss­tour wie diese.

Die „Streif“ ist eine Ski­renn­stre­cke bei Kitz­bü­hel in Öster­reich. Sie gilt als eine der schwie­rigs­ten und gefähr­lichs­ten Renn­pis­ten der Welt. Jähr­lich fin­det dort das inter­na­tio­na­le Hah­nen­kamm­ren­nen im Rah­men des Alpi­nen Ski­welt­cups statt. Im Som­mer lädt die Streif mit einem Pan­ora­ma­weg und einem Erleb­nis­pfad für Groß und Klein zum Wan­dern ein. 

Kitz­bü­hel – das Ziel der Reise

So bli­cke ich zurück auf eine wun­der­vol­le Wan­der­wo­che mit vie­len, klei­nen und gro­ßen High­lights. Aber vor allem mit einem sehr guten Gefühl. Dem Gefühl wie­der ein Stück der Alpen ken­nen und lie­ben gelernt zu haben. Zu Fuß. Aber trotz­dem ohne Ver­zicht und mit viel Genuss. Und ich konn­te ihn spü­ren, den Puls der Alpen. Ganz deut­lich. Schritt für Schritt.

Für noch mehr Ein­bli­cke lohnt sich ein Besuch auf unse­ren Social Media Pro­fi­len – dort hat Ste­fa­nie Leist­ner (@steffi_lein_80) uns haut­nah mitgenommen.

 Die Wan­der­lust hat auch Sie gepackt? Ent­de­cken Sie selbst den Puls der Alpen auf der Tour von Tegern­see nach Kitz­bü­hel, über die Drei Zin­nen bis nach Vene­dig. Die drei Abschnit­te kön­nen ein­zeln oder in Kom­bi­na­ti­on gebucht werden.

Bild­quel­len: Ste­fa­nie Leistner