Entspannt zu Fuß oder mit dem Rad in der Natur unterwegs sein und trotzdem Zeit für besondere Besichtigungen und kulturelle Abstecher zu haben. Losgelöst von Höhenmetern und Gipfelerlebnissen. Pilger- oder Meditationswege werden von Jahr zu Jahr beliebter. Das Tempo verlangsamen, Achtsam unterwegs sein und ohne Druck auch Zeit für Schönes am Wegesrand zu haben. Auch Radreisen, die speziell in moderatem Tempo gewählt sind, lassen sich gut mit Besichtigungen auf der Strecke verbinden. Besonders Kunst- und Kulturinteressierte profitieren dabei. Diese drei Vorschläge mit den schönsten geschichtlichen Bauwerken von den Ammergauer Alpen bis zum Königssee laden zum Entdecken und erkunden ein.
Royale Radreise: Schloss Neuschwanstein und Hohenschwangau
Auf der 220 Kilometer langen Strecke ist der Name Programm: es warten Prachtbauten aus dem 18. und 19. Jahrhundert, zum Beispiel die zwei Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau. Sie thronen malerisch vor der Kulisse des Ammergebirges. Das wohl berühmteste Schloss mit Millionen an jährlichen Besuchern ist Neuschwanstein mit seiner Marienbrücke, erbaut für König Ludwig II. von Bayern im Stil der Neuromanik. Architektonisches Vorbild waren mittelalterliche Ritterburgen, was auch im Thronsaal, Schlafzimmer und Sängersaal sichtbar wird. Übrigens: früher gab es 200 verschiedene Innenräume — fertiggestellt und ausgestattet wurden aber nur rund 15 Zimmer und Säle. Und noch ein interessantes Detail: dieses Jahr wird wahrscheinlich über den Eintrag als UNESCO-Welterbe entschieden.
Schloss Hohenschwangau ist fast genauso beliebt bei Besuchern, Kronprinz Max ließ es 1837 im neugotischen Stil umbauen. Das Schloss diente der königlichen Familie als Sommerresidenz und war die Kinderstube der beiden Söhne, der späteren Könige Ludwig II. und Otto. Im Hauptgebäude befindet sich heute ein Museum, die Inneneinrichtung aus der Biedermeierzeit ist unverändert erhalten. Ein weiterer Tipp ist der Luftkur- und Wallfahrtsort Maria Rain und die Heilige Kreuz Kirche, der am letzten Tag erreicht wird.
Unesco Weltkulturerbe Wieskirche, Kloster Ettal & Ludwigs Lieblings-Jagdschloss
Der Rokokostil der Wieskirche von 1754 lädt bereits am Start der Weitwanderung zur Besichtigung ein. Sie ist eine der berühmtesten der Welt und wurde 1983 zum Unesco Weltkulturerbe ernannt. In der Mitte der Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland auf der Wies ist die Figur des leidenden Christus, des Gegeißelten Heilandes, zu sehen.
Insgesamt warten am Meditationsweg Ammergauer Alpen 15 abwechslungsreiche Stationen — weltweit bekannte Bauwerke, einsame Kapellen oder einzigartige Naturdenkmäler. Auch das bekannte Benediktiner Kloster Ettal ist Teil dieser Reise.
Den krönenden Abschluss der Wanderreise führt in den Park von Schloss Linderhof — das weltbekannte Jagdschloss von König Ludwig II, errichtet im Neurokoko-Stil. Es gilt als das Lieblingsschloss des Märchenkönigs, in dem er sich mit großem Abstand am häufigsten aufhielt. Es ist das kleinste der drei Schlösser Ludwigs II. und das einzige, das noch zu seinen Lebzeiten vollendet wurde. Es kann übrigens mit Voranmeldung besichtigt werden. Und auch der Park ist einen Spaziergang wert — dort findet sich neben exotischen Bauten unter anderem ein Maurischen Kiosk und eine Venusgrotte…
Wildromantisch: St. Bartholomä am Königssee
Bekannt als Wahrzeichen vom Königssee und bei internationalen Fotografen äußerst beliebt ist diese kleine Kirche mit dem herausstechenden roten Kuppeldach und den unterschiedlichen Formen. Malerisch mitten im Herz der Nationalparks auf der kleinen Halbinsel Hirschau am Westufer vor der imposanten Watzmann Ostwand gelegen, gibt es noch eine Besonderheit. St. Bartholomä ist zu Fuß nur im Sommer durch eine mehrstündige, anspruchsvolle und alpine Bergtour erreichbar. Aber keine Sorge — ein Besuch der römisch-katholischen Wallfahrtskirche ist von Schönau aus bequem per Elektroboot ganzjährig möglich und wirklich ein einzigartiges Erlebnis durch die fjordartige See-Lage inmitten der Berchtesgadener Alpen. Empfehlenswert ist aber auch der Besuch im ehemaligen Jagdschloss (jetzt Bartholomä Wirt)- seit 1912 werden Besuchern, Wanderern und Pilgern unter alten Kastanienbäumen und in den historischen Gaststuben regionale Schmankerl serviert. Nicht nur ein kultureller, sondern auch ein echter kulinarischer Genuss zum Abschluss für jeden, der auf der Radreise vom Bodensee zum Königssee unterwegs ist.