Wie Milla und ich unsere Touren gemeinsam erleben
Milla weiß immer genau, wann es losgeht. Spätestens, wenn ich den Wanderrucksack schnappe, setzt sie sich daneben — ganz gespannt, was als Nächstes passiert. Ihr Schwanz wedelt unaufhörlich, sie brummt vor Vorfreude und wenn es ihr zu lange dauert, bellt sie uns auch mal auffordernd an. Los jetzt!
Gemeinsam mit meinem Freund und Milla bin ich so oft wie möglich auf den Wanderwegen im Allgäu unterwegs. Es ist unser Zuhause und jedes Mal aufs Neue ein Geschenk, dass wir direkt vor der Haustür in die Berge starten können. Dabei war es nicht immer selbstverständlich, dass wir solche Touren zusammen machen können.
Wer ich bin und warum ich das schreibe
Mein Name ist Joana und ich lebe im Allgäu. So oft es geht, bin ich draußen in den Bergen unterwegs — am liebsten auf langen Wanderungen. Drei Alpenüberquerungen habe ich schon gemacht, und auf Instagram teile ich meine Erfahrungen rund ums Weitwandern.
Immer öfter ist auch meine Hündin Milla an meiner Seite — zumindest auf den Touren, die für sie gemacht sind. Sie ist unsere kleine Entdeckerin auf vier Pfoten und hat mir gezeigt, wie schön es ist, die Berge nochmal durch ganz andere Augen zu sehen.
Vom Straßenhund zur Wanderhündin: Unsere Geschichte
Milla ist ungefähr vier Jahre alt und kommt ursprünglich aus Russland. Sie war ein Straßenhund, als sie über den Tierschutz zu uns kam. Ein Schäferhund-Husky-Mix, vermutlich — ganz genau weiß das niemand. Was wir wissen: Sie hatte keinen einfachen Start ins Leben.
Anfangs war für sie alles neu: eine eigene Familie, ein weiches Hundebett, gemeinsame Spaziergänge. Und als wir zum ersten Mal zusammen in die Berge gegangen sind, kamen die nächsten Herausforderungen. Schmale Pfade, steile Anstiege, Begegnungen mit Kühen — all das war für Milla ungewohnt und manchmal auch beängstigend. Ich erinnere mich gut an die ersten Wanderungen, als wir ihr an jeder felsigen Stelle zeigen mussten, wo sie hintreten kann.
Mittlerweile ist Milla eine sichere Begleiterin. An schwierigen Stellen bleibt sie stehen und wartet auf mein Zeichen. Dann zeigt sie mir, dass sie mir vertraut — und genau das macht das Wandern mit ihr so besonders.
Wandern mit Hund: Eine Erfahrung, die verbindet
Wandern mit Hund ist für mich eine der schönsten Arten, gemeinsam unterwegs zu sein. Es schweißt zusammen. Man lernt, aufeinander zu achten — und nicht nur auf sich selbst. Milla zeigt uns oft, wie viel Freude sie draußen hat.
Manchmal bekommt sie auf einer Tour ihre typischen “Zoomies”: Sie rennt wie verrückt im Kreis, hüpft durch Bäche und springt über Steine. Zu sehen, wie sie ihr neues Leben in vollen Zügen genießt, ist jedes Mal mein persönliches Highlight.
Kann mein Hund Mehrtagestouren gehen?
Diese Frage höre ich oft. Die kurze Antwort: “Ja, aber es kommt darauf an.”
Milla liebt es, lange unterwegs zu sein. Unsere längste Tour ging über drei Tage — rund 20 bis 25 Kilometer pro Tag. Für sie war das kein Problem. Sie war fit, motiviert und am Abend noch nicht einmal müde. Aber das gilt nicht für jeden Hund.
Wichtig ist, dass man den eigenen Hund gut kennt und ihn ehrlich einschätzt. Mehrtägige Wanderungen in den Bergen fordern Mensch und Tier. Mein Tipp: Klein anfangen, Tageswanderungen ausprobieren, Pausen machen, und immer auf das achten, was der Hund signalisiert.
Unsere wichtigsten Learnings aus über 100 Wanderungen mit Hund
1. Die richtige Ausrüstung
Milla trägt auf unseren Touren ein bequemes Geschirr. Gerade wenn wir die Schleppleine nutzen, ist das wichtig — so gibt es keinen Zug am Hals, falls sie mal losprescht. Wir haben außerdem einen einfachen Bauchgurt, den man online überall bekommt. Er ist praktisch, weil wir so die Hände frei haben.
2. Packliste für den Hund
Ganz oben steht bei uns: Wasser! Vor allem im Sommer, wenn es heiß wird. Dazu ein paar Snacks für zwischendurch — Wandern kostet auch für Hunde Energie.
Milla bekommt unterwegs ihr gewohntes Futter. Wichtig für uns: Eine dicke Decke, damit sie nicht auf kaltem Boden liegen muss. Sie hat Blasenprobleme, also gehen wir da kein Risiko ein.
Ein oft vergessener Punkt: In vielen Bergbahnen besteht Maulkorbpflicht. Milla musste sich daran erst gewöhnen. Wir haben das in kleinen Schritten geübt — heute klappt es meistens gut. Also: Unbedingt einen Maulkorb einpacken, wenn Bergbahnfarten geplant sind!
3. Begegnungen mit Kühen und Wildtieren
Begegnungen mit Kühen gehören beim Wandern in den Bergen einfach dazu — und für uns waren sie anfangs eine echte Herausforderung. Milla war schnell aufgeregt, sobald sie eine Herde entdeckt hat, und fing an zu bellen. Das hat die Kühe natürlich nervös gemacht. Wer schon mal gesehen hat, wie neugierig (und manchmal auch forsch) so eine Kuhherde werden kann, weiß: Das ist nicht zu unterschätzen.
Deshalb haben wir früh angefangen zu üben. Heute halten wir bewusst Abstand, gehen ruhig und in gleichmäßigem Tempo vorbei. Ich spreche leise mit Milla, damit sie sich orientieren kann und merkt, dass keine Gefahr droht.
Mein wichtigstes Learning: Sicherheit geht immer vor. Für den Hund — aber auch für die Tiere, die wir unterwegs treffen. Kühe sind keine harmlosen Statisten am Wegesrand, sondern Tiere, die mit Respekt behandelt werden wollen. Je vorausschauender man sich verhält, desto entspannter bleibt die Situation für alle Beteiligten.
Alpenüberquerung mit Hund — Geht das?
Ich selbst habe mit Milla noch keine Alpenüberquerung gemacht. Aber: Nach unseren Erfahrungen auf Mehrtagestouren weiß ich, dass es möglich wäre — vorausgesetzt, wir bereiten uns gut vor.
Wenn Sie darüber nachdenken, mit Ihrem Hund die Alpen zu überqueren, sollten Sie vorher wissen, wie Ihr Hund auf Höhenmeter, lange Etappen und wechselnde Untergründe reagiert.
Der größte Vorteil bei organisierten Touren: Die Planung ist erledigt. Gerade bei einer Alpenüberquerung kann die Suche nach hundefreundlichen Unterkünften zur Herausforderung werden. Bei einer geplanten Tour wissen Sie von Anfang an, wo Ihr Hund willkommen ist.
Trotzdem gilt: Eine Alpenüberquerung ist nichts für Einsteiger. Sie und Ihr Hund sollten Erfahrung mit längeren Wanderungen und dem Gelände haben.
Mein Fazit: Klein anfangen, groß träumen
Ich kann nur empfehlen: Probieren Sie es aus! Starten Sie mit einfachen Touren, lernen Sie Ihren Hund auf Wanderungen kennen, und steigern Sie sich langsam. Für uns ist Wandern längst mehr als Bewegung. Es ist gemeinsame Zeit, die uns noch näher zusammengebracht hat.
Wenn Milla heute aufgeregt neben dem Rucksack sitzt und uns auffordernd anblickt, wissen wir: Wir sind als Team unterwegs.
Autorin: Joana Breyton Bildrechte frameduo.com
Kontakt: info@frameduo.com
Buchungsverweis:
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