Aus unserer Serie „Feuer und Eis Mitarbeiter on Tour”. Ein Erfahrungsbericht unserer Mitarbeiterin Stefanie Demmel:
Mehrere Tage unterwegs, viele Kilometer in den Beinen und noch mehr Eindrücke im Kopf – für eine Infotour bin ich den SalzAlpenSteig von Prien am Chiemsee in 7 Tagen und 5 Etappen bis zum Königssee gewandert. Der Name geht auf das Salz zurück, das in dieser Region einst so wertvoll war wie Gold. Genau diese Mischung aus Geschichte, Landschaft und Abwechslung macht die Tour für mich besonders.
1. Etappe: Prien – Marquartstein
Da der Chiemsee von meinem Zuhause nur eine knappe Stunde Fahrzeit entfernt ist, bin ich direkt ohne Vorübernachtung morgens los, am Parkplatz in Prien. Vorbei am Bahnhof, an Kirche und Pfarramt, führt der Weg in den Wald. Die Markierung des SalzAlpenSteigs ist von Anfang an gut zu finden, an Laternen und Schildern taucht sie immer wieder auf.
Über den Moorweg erreiche ich das Ufer des Chiemsees. Im Yachthafen schaukeln zahlreiche Segelboote leicht im Wind, am Ufer liegen ein paar Ruderboote im Gras, auch unter dem bewölkten Himmel ein schöner Anblick. Am Wasser entlang geht es weiter ins Zentrum von Bernau.
Durch Bernau und über Feldwege führt der Weg weiter Richtung Rottau. Am Museum Salz & Moor könnte man kurz abbiegen, bei Regen entscheide ich mich aber, weiterzugehen. Nach einem Waldstück geht es bergab Richtung Grassau, von dort über die Hauptstraße bis Marquartstein. Dort wartet der Weßner Hof, mein Etappenziel für heute.
2. Etappe: Marquartstein – Ruhpolding
Pünktlich holt mich das Taxi Fegg ab und bringt mich zur Hochfellnbahn. Oben hängt an diesem Tag dichter Nebel, die Aussicht bleibt mir verwehrt. Das gehört zum Wandern eben auch dazu.
Der Abstieg führt durch Almwiesen und Wälder, vorbei an einem Bach, bis ein schmaler Pfad abzweigt. Hier komme ich in einen Waldabschnitt, der wegen des dichten Moosbewuchses „Märchenwald“ genannt wird. Steine und Wurzeln sind wie mit einer grünen Decke überzogen, das Licht fällt nur in schmalen Streifen durch die Bäume. Ein echtes Highlight der Etappe. Von hier geht es weiter hinab Richtung Maiergschwendt, wo das Landhotel Maiergschwendt mein Tagesziel ist.
3. Etappe: Ruhpolding – Inzell
Der dritte Tag beginnt auf Asphalt Richtung Rauschberg. Morgens hängen noch Wolken über den Hügeln, durch eine Lücke bricht die Sonne hervor und taucht eine Schafsweide in warmes Licht, auf der eine Herde friedlich grast, ein guter Start in den Tag.
Kurz nach dem Waldrand lohnt sich ein kleiner Umweg zum Taubensee, der bei diesem Wetter spiegelglatt ist. Danach wird der Weg steiler. An einer Weggabelung biege ich versehentlich zu früh ab, ich war gerade so im Wanderflow. Trotzdem hole ich über einen Umweg den Aussichtspunkt nach, lohnt sich.
Die folgende Forststraße führt vorbei an der frisch renovierten Fahrriesboden-Kapelle, die kurz vor dem Etappenziel zu einem Stopp einlädt, kurz danach erreiche ich den Gasthof Schmelz, mein Etappenziel.
Nach Kaffee und Apfelstrudel fahre ich mit dem Ortsbus noch nach Inzell. Dort schaue ich mir die Pfarrkirche an, deren Innenraum mit goldenen Altären und Deckenmalereien deutlich aufwendiger ausgestattet ist, als man von außen vermuten würde, ein schöner Abschluss für den Tag.
4. Etappe: Inzell – Bad Reichenhall
Über Wiesen, durch Wald und Moor erreiche ich die Weißbachfälle, das erste Highlight des Tages. Am Gasthaus Mauthäusl beginnt der Aufstieg, vorbei an der gut besuchten Höllenbachalm, weiter durch den Wald. Der anschließende Abstieg ist schmal und steil, dafür wird der Blick auf den Thumsee mit jedem Schritt besser, das Wasser leuchtet in einem kräftigen Grün-Türkis. Am Ufer entscheide ich kurzfristig, dass auch ich einen kurzen Sprung ins kühle Nass wagen muss, das war eine der besten Entscheidungen des Tages.
Was ich an diesem Tag besonders mag: ein kleines Detail am Wegesrand. Entlang des Waldwegs verteilen sich immer wieder winzige Zwergenhäuschen an Baumstämmen und Wurzeln, eine Hutmacherei, eine Bäckerei, ein kleiner Spielplatz und noch einige weitere Handwerksberufe sind dabei. Ich freue mich wie ein kleines Kind, sobald ich wieder eine neue Station finde, die Häuschen wurden mit sehr viel Liebe zum Detail geplant und dekoriert.
Bald erreiche ich die Amilienruhe mit dem ersten Blick auf Bad Reichenhall. Der Weg führt steil hinab, vorbei an der Predigtstuhlbahn, in die Innenstadt.
5. Etappe: Bad Reichenhall – Königssee
Über Wiesen und Forstwege geht es stetig bergauf, an einer Stelle verläuft der Pfad über dicke, freiliegende Wurzeln. Zwischen den Bäumen zeigen sich die ersten Ausblicke auf Hochkalter und Watzmann. Eine schmale Stelle erfordert etwas Trittsicherheit, ist aber auch dank Halteseil gut zu bewältigen.
Nach dem ersten Abstieg liegt eine kleine Kapelle direkt am Weg, ein guter Ort für eine kurze Pause, bevor es wieder bergauf Richtung Grünstein geht. Nach rund vier Stunden erreiche ich die Grünsteinhütte. Den Gipfel besteige ich vor der Rast noch zusätzlich, nach zehn bis fünfzehn Minuten stehe ich oben auf dem Grünstein. Von dort hat man einen weiten Blick auf Berchtesgaden, den Watzmann und einen Teil des Königssees, der zwischen den Bergen grün aufblitzt. An einem Schild am Aussichtspunkt steht ein bayerischer Spruch: „Drob’n auf’m Gipfel, des sog i allemoi, is vie scheena wie drunt im Doi.” Stimmt.
Zurück an der Hütte gibt es einen Kaiserschmarrn, redlich verdient. Danach beginnt der Abstieg, den ich in knapp einer Stunde schaffe. Bei normalem Tempo sollte man eher anderthalb Stunden einplanen, manche Abschnitte sind wirklich steil. Am Königssee kühle ich meine Beine im Wasser und genieße die Aussicht, bevor es mit dem Bus zum Hotel nach Berchtesgaden geht.
Flexibilität unterwegs – ein echter Pluspunkt
Was ich an der Tour wirklich schätze: Man muss nicht jede Etappe komplett zu Fuß bewältigen. Mit Bus und Bergbahn lassen sich einzelne Abschnitte verkürzen, etwa die anspruchsvolle letzte Etappe zum Königssee über den Parkplatz Grünstein. So bleibt die Tour auch dann machbar, wenn das Wetter oder die Tagesform mal nicht ganz mitspielen, und es bleibt sogar noch Zeit für eine Bootsfahrt auf dem Königssee.
Warum der SalzAlpenSteig begeistert
- Landschaftliche Bandbreite: vom Chiemsee über Moore und Wälder bis zu den Gipfeln rund um Berchtesgaden
- Gute Orientierung: durchgängige Markierung an Bäumen, Zäunen und Schildern, sowie detaillierte Etappenbeschreibungen und digital via Komoot
- Abwechslung: von ruhigen Uferwegen bis zu kleinen Überraschungen wie dem Zwergendorf im Wald
- Kulturelle Highlights: Kapellen und Kirchen entlang der Strecke, etwa in Inzell
- Genuss: gute Einkehrmöglichkeiten und gemütliche Unterkünfte an den Etappenzielen
Der SalzAlpenSteig richtet sich an alle, die gerne mehrtägig wandern und dabei sowohl Natur als auch ein Stück bayerische Geschichte erleben möchten.
Mein Tipp
Auf der zweiten und dritten Etappe lohnt sich ein Lunchpaket, da es dort weniger Einkehrmöglichkeiten gibt. Eine gewisse Trittsicherheit ist hilfreich, Schwindelfreiheit braucht es aber kaum. Wer die letzte Etappe nicht komplett laufen möchte, kann mit dem Bus bis zum Parkplatz Grünstein abkürzen.
Fazit
Der SalzAlpenSteig vom Chiemsee zum Königssee ist eine abwechslungsreiche Weitwanderung mit überschaubaren Anforderungen und vielen kleinen Highlights am Weg.
Eine Tour, die zeigt: Geschichte, Landschaft und eine leckere Portion Kaiserschmarrn passen erstaunlich gut zusammen.
https://www.feuer-eis-touristik.de/tour/salz-alpen-7t/
Den SalzAlpenSteig können Sie nicht nur als klassische 7‑Tage-Wanderreise erleben, sondern auch in weiteren attraktiven Varianten:
- SalzAlpenSteig Kurztrip – die kompakte Auszeit auf den schönsten Etappen
- SalzAlpenSteig I – von Prien am Chiemsee bis zum Königssee
- SalzAlpenSteig II – von Hallein bis Hallstatt durch das Salzkammergut
- SalzAlpenSteig I und II – die gesamte Strecke vom Chiemsee bis Hallstatt